Bayern hat gewählt - Ergebnisse der Stadtrats- und Kreistagswahlen

Foto: Tim Reckmann  / pixelio.de
23.03.2020

Am 15. März 2020 fanden in Bayern die Wahlen zu den kommunalen Vertretungskörperschaften statt. Nachfolgend sind die Ergebnisse der Wahlen zu den Räten in den 25 kreisfreien Städten sowie zu den 71 Kreistagen in den Landkreisen Bayerns wiedergegeben.

Die SPD erzielte 13,7 % der WählerInnenstimmen bei den Wahlen der Stadträte in den kreisfreien Städten und den Kreistagen in den Landkreisen. Sie liegt damit um 7,0 Prozentpunkte unter dem Ergebnis von 2014 (20,7 %). Die SPD musste in allen kreisfreien Städten und Landkreisen Stimmenverluste hinnehmen. In den kreisfreien Städten erreichte die SPD insgesamt einen Stimmenanteil von 20,4 % (-9,9 %) und liegt damit in den kreisfreien Städten hinter der CSU (27,6 %) und den GRÜNEN (23,8 %). In den Landkreisen sank der Stimmenanteil von 17,8 % auf 11,6 % (zum Vergleich: CSU 36,6 % in 2020; 41,7 % in 2014). In den kreisfreien Städten verlor die SPD am stärksten in Regensburg (-21,5 Prozentpunkte) und Nürnberg (-18,2 Prozentpunkte) sowie bei den Kreistagswahlen in den Landkreisen Fürth (-12,4 Prozentpunkte) und Coburg (-10,9 Prozentpunkte). Ihr bestes Ergebnis in den kreisfreien Städten erzielte die SPD in Fürth (42,7 %) und Aschaffenburg (27,1 %) bzw. bei den Kreistagswahlen in den Landkreisen Wunsiedel (24,8 %) und Roth (21,2 %).

Die CSU erzielte 34,5 % der WählerInnenstimmen und verlor damit gegenüber 2014 5,4 Prozent­punkte. Die CSU musste in fast allen kreisfreien Städten und Landkreisen Stimmenverluste hinnehmen. Leichte Zugewinne konnte sie nur in den Landkreisen Neustadt / Aisch und Miesbach mit +1,0 bzw. +0,7 Prozentpunkte erzielen. Die CSU verlor in den kreisfreien Städten 6,0 Prozentpunkte. Bei der Wahl der Kreistage in den Landkreisen verlor sie hingegen 5,1 Prozentpunkte. Ihre größten Verluste erlitt sie in den kreisfreien Städten Ingolstadt (-17,8 Prozentpunkte) und Rosenheim (-10,9 Prozentpunkte) sowie bei den Kreistagswahlen in den Landkreisen Günzburg (-12,2 Prozentpunkte) und Unterallgäu (-10,7 Prozentpunkte). In den kreisfreien Städten Straubing (46,6 %) und Amberg (42,6 %) sowie in den Landkreisen Rhön-Grabfelden (46,0 %) und Weißenburg-Gunzenhausen (44,2 %) konnte sie ihre besten Wahlergebnisse erreichen.

Die GRÜNEN gewannen gegenüber 2014 6,6 Prozentpunkte hinzu und erreichten landesweit 17,5 % der Stimmen. Sie konnten ihr Wahlergebnis gegenüber 2014 in allen kreisfreien Städten und Landkreisen verbessern. In den kreisfreien Städten erreichten sie landesweit 23,8 % (+10,4 %) und in den Landkreisen 15,5 % (+5,4 %). Ihre besten Ergebnisse erhielten die GRÜNEN in Würzburg (32,5 %), München (29,1 %) und Bamberg (27,0 %), bzw bei den Kreistagswahlen in den Landkreisen Starnberg (29,9 %) und München (26,1 %).

Die FDP konnte insgesamt ihren geringen Stimmenanteil von 2,7 % im Jahr 2014 nur leicht verbessern und erzielte bei den Kommunalwahlen 2020 2,9 % der Wählerstimmen. Ihr bestes Ergebnis erhielt sie im Landkreis Starnberg mit 7,8 % der Stimmen.

Die AfD erreichte bei den Kommunalwahlen 2020 4,7 % der Stimmen. Bei den Kommunalwahlen 2014 war sie nur in einigen wenigen Kommunen angetreten und hatte damals landesweit nur 0,3 % der Stimmen erhalten. Bei den Kommunalwahlen 2020 erzielte sie ihre besten Ergebnisse in den kreisfreien Städten Schweinfurt (8,4 %) und Ingolstadt (7,6  %) sowie in den Landkreisen Regen (9,2 %) und Passau (8,5 %).

Die Linke erzielte (z.T. zusammen mit lokalen Listen) 1,7 % der Stimmen und konnte sich somit gegenüber den Kommunalwahlen 2014 um 1,1 Prozentpunkte verbessern. In den kreisfreien Städten erreichte sie bei der Wahl zu den Stadträten 3,1 % der Stimmen. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie mit 7,2 % der Stimmen in der Stadt Schweinfurt.  

Die Landesvereinigung „FREIE WÄHLER“, die auf Landesebene in einer Koalition zusammen mit der CSU regiert, erreichte (z.T. zusammen mit lokalen freien Wählergruppen) bei den Kommunal­wahlen 2020 11,9 % der Stimmen. Am stärksten schnitten die Freien Wähler in der Stadt Kempten (21,8 %) sowie in den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen (33,6 %) und Landshut (29,4 %) ab.

Weitere Wählergruppen und -vereinigungen konnten landesweit insgesamt 8,7 % der Stimmen erreichen; das sind 6,9 Prozentpunkte weniger als bei den letzten Kommunalwahlen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele lokale freie Wählergruppen 2020 gemeinsam mit der Landesvereinigung „FREIE WÄHLER“ zur Wahl angetreten sind (s.o.).

Sonstige Parteien erzielten 4,4 % der Stimmen. Davon erhielt die ödp 3,4 % und die Bayernpartei 0,5 % der Stimmen sowie weitere sonstige Parteien und gemeinsame Wahlvorschläge 0,5 %.

Die Wahlbeteiligung* bei den Kommunalwahlen 2020 (Kreistagswahlen und Stadtratswahlen der 25 kreisfreien Städte) lag bei 58,8 % und somit laut Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik  um 4,2 % Prozentpunkte höher als bei den Kommunalwahlen 2014. Sie lag sowohl bei den Wahlen der Stadträte in den kreisfreien Städten (+5,1 Prozentpunkte) als auch bei den Wahlen zu den Kreistagen (+3,8 Prozentpunkte) höher als 2014.

Rechtsgrundlagen und weitere Informationen zum Wahlverfahren bei den Wahlen zu den kommunalen Vertretungskörperschaften in Bayern (Stimmenzahl, Kumulieren und Panaschieren) finden sich auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Statistik unter:
https://www.statistik.bayern.de/wahlen/kommunalwahlen/index.html

Quelle: Bayerisches Statistisches Landesamt. Vorläufige Ergebnisse (Stand 20.03.2020; 12.50 Uhr)