Bayern hat gewählt - SPD gewinnt OB-Wahlen in 20 bayerischen Städten und einem Landkreis

Foto: Tim Reckmann  / pixelio.de
31.03.2020

Am 15. März 2020 fanden in 51 von insgesamt 54 Städten Direktwahlen zum Amt des Oberbürgermeisters / der Oberbürgermeisterin statt – in 24 von 25 kreisfreien Städten sowie in 27 von 29 Großen Kreisstädten. In 18 Städten, in denen keine/r der Kandidatinnen und Kandidaten die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang erreichen konnte, war eine Stichwahl erforderlich, die am 29. März 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie als reine Briefwahl stattfand. 

Gleichzeitig fanden in 64 von 71 Landkreisen in Bayern Direktwahlen zum Amt des Landrates / der Landrätin statt. In den 18 Landkreisen, in denen keine/r der Kandidatinnen und Kandidaten die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang erreichen konnte, war ebenfalls eine Stichwahl erforderlich, die am 29. März 2020 als reine Briefwahl stattfand.

In 17 der 51 Städte, in denen am 15. März 2020 Wahlen zum Amt des Oberbürgermeisters / der Oberbürgermeisterin stattfanden, stellte die SPD bisher den Oberbürgermeister, die CSU in 23. Zwei Städte wurden von einem CDU- (sic!*) bzw. einem FDP-Mitglied geführt. Acht Städte hatten bisher parteilose bzw. unabhängige Oberbürgermeister bzw. Oberbürgermeisterinnen. Zwei Amtsinhaber waren von den FREIEN WÄHLERN aufgestellt worden. Sechs SPD-Kandidaten konnten sich im ersten Wahlgang bei den OB-Wahlen am 15. März 2020 durchsetzen: Dr. Dirk VOGEL in Bad Kissingen (51,1 %), Florian HARTMANN in Dachau (76,0 %), Dr. Thomas JUNG in Fürth (72,9 %), Gerhard JAUERNIG in Günzburg (94,4 %), Frank REBHAN in Neustadt bei Coburg (72,8 %) und Jürgen DUPPER in Passau (54,6%). Die CSU konnte in 12 Städten die Direktwahlen zum Amt des Oberbürgermeisters im ersten Wahlgang gewinnen.

An den 31 OB-Stichwahlen nahmen Kandidatinnen und Kandidaten der SPD in 19 Städten teil. In 14 Städten konnten sie sich in der Stichwahl durchsetzen: Dieter REITER in der Landeshauptstadt München (71,7 %), Jürgen HERZING in Aschaffenburg (66,6 %), Andreas STARKE in Bamberg (59,3 %), Dominik SAUERTEIG in Coburg (57,0 %), Jürgen SORRÉ in Donauwörth (60,9 %), Dr. Florian JANIK in Erlangen (54,5 %), Dr. Uwe KIRSCHSTEIN in Forchheim (55,3 %), Eva DÖHLA in Hof (54,8 %), Dr. Christian SCHARPF in Ingolstadt (59,3 %), Ingo LEHMANN in Kulmbach (50,8 %), Gertrud MALTZ-SCHWARZFISCHER in Regensburg, Peter REIß in Schwabach (53,6 %), Jens MEYER in Weiden i.d. Oberpfalz (51,3 %) und Jürgen SCHRÖPPEL in Weißenburg in Bayern (51,4 %). In Nürnberg (bisher OB Dr. Ulrich MALY, SPD, der nicht wieder angetreten war) gewann Marcus KÖNIG (CSU) die Oberbürgermeisterwahl.

Insgesamt wurden bei den Direktwahlen am 15. und 29. März 2020 in fünf kreisfreien Städten (Bamberg, Erlangen, Fürth, München und Passau) und in fünf Großen Kreisstädten (Dachau, Forchheim, Günzburg, Neustadt bei Coburg, und Weißenberg in Bayern) sozialdemokratische Oberbürgermeister im Amt bestätigt. In Aschaffenburg, Coburg, Weiden i.d. Oberpfalz und in Bad Kissingen wurden SPD-Kandidaten gewählt und stellten den Erhalt des Amts für die SPD sicher. In den kreisfreien Städten Hof, Ingolstadt, Regensburg und Schwabach sowie in den Großen Kreisstädten Donauwörth und Kulmbach konnten Kandidatinnen und Kandidaten der SPD das Amt des Oberbürgermeisters / der Oberbürgermeisterin neu gewinnen. In den Städten Nürnberg, Lindau am Bodensee und Traunstein verlor die SPD das OB-Amt. Somit stellt die SPD nach den Direktwahlen am 15. und 29. März 2020 in Bayern insgesamt 20 Oberbürgermeister- innen und Oberbürgermeister und damit drei mehr als zuvor. Die CSU hingegen stellt insgesamt wie bisher 25 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister. In sechs Städten haben Kandidatinnen und Kandidaten der FREIEN WÄHLER oder lokaler Wählergemeinschaften die OB - Wahl gewonnen. Lindau am Bodensee hat künftig eine FDP-Oberbürgermeisterin und Landshut weiterhin einen FDP-Oberbürgermeister. In Würzburg wurde Christian SCHUCHARDT (CDU) wiedergewählt, der von CSU, FDP und einem Bürgerforum aufgestellt worden war.

In zwei (Landkreise Dingolfing-Landau und Schweinfurt) der 64 Landkreise, in denen am 15. März 2020 Wahlen zum Amt des Landrates / der Landrätin stattfanden, stellte die SPD bisher den Landrat. 50 dieser Landkreise wurden bisher von Landräten / Landrätinnen der CSU, 10 der FREIEN WÄHLER bzw. zwei der GRÜNEN geführt. In 46 Landkreisen wurden die Landratswahlen im ersten Wahlgang entschieden; in 18 Landkreisen war eine Stichwahl erforderlich.

Im Landkreis Schweinfurt konnte der Sozialdemokrat Florian TÖPPER (73,2 %) die Landratswahl direkt im ersten Wahlgang wieder gewinnen. Im Landkreis Dingolfing-Landau, in dem der sozialdemokratische Amtsinhaber Heinrich TRAPP nach 29 Amtsjahren aus Altersgründen nicht wieder angetreten war, wurde der CSU-Kandidat zum Landrat gewählt. Kandidatinnen und Kandidaten der CSU gewannen die Direktwahlen zum Amt des Landrates in insgesamt 50 Landkreisen (38 im ersten Wahlgang und 12 in den Stichwahlen). Kandidaten der FREIEN WÄHLER (z.T. zusammen mit lokalen Wählervereinigungen) entschieden die Direktwahlen zum Amt des Landrates / der Landrätin in 12 Landkreisen für sich (jeweils sechs im ersten Wahlgang und in den Stichwahlen). Im Landkreis Miltenberg wurde ein Landrat der GRÜNEN wiedergewählt.

Bemerkenswert ist, dass die Wahlbeteiligung bei den Stichwahlen am 29. März 2020, die aufgrund der Covid-19-Pandemie als reine Briefwahlen durchgeführt wurden, in fast allen Städten und vielen Landkreisen höher war als im ersten Wahlgang am 15. März 2020, bei dem gleichzeitig auch die Stadt- und Gemeinderatswahlen sowie die Wahlen zu den Kreistagen in Bayern stattfanden.

Weitere Details und alle Wahlergebnisse finden Sie im Gesamtbericht der Bundes-SGK zu den Direktwahlen in Bayern hier im Downloadbereich.